Die SBB soll sich beim Kauf ihrer Uniformen und Betriebskleider noch stärker für faire Arbeitsbedingungen in der Textilproduktion einsetzen und der Fair Wear Foundation (FWF) beitreten. Dies verlangen «Brot für alle», «Fastenopfer» und «Partner sein» mit einer Petition, die von 18'000 Personen unterzeichnet und heute in Bern den SBB übereicht wurde.

17'913 Personen haben die Aufforderung unterschrieben. Heute Mittwoch 7. Mai haben die drei Organisationen die Petition Kathrin Amacker, Leiterin Kommunikation und Mitglied der Konzernleitung der SBB, übergeben. «Die SBB sind in vielem ein nachhaltiges Unternehmen. Umso wichtiger ist, dass sie auch beim Einkauf der jährlich benötigten rund 330 000 Kleidungsstücke für ihre 28'000 Beschäftigten auf höchste Standards achtet», begründet Miges Baumann, Leiter Entwicklungspolitik bei Brot für alle, die Aufforderung an die SBB: «Dank dem einzigartigen Überprüfungsverfahren und einer unabhängigen Beschwerdemöglichkeit ausserhalb der Unternehmen bietet die FWF am meisten Gewähr für faire Arbeitsbedingungen bei den Produzentinnen und Produzenten in Bangladesh und anderswo.»

Sozialstandards müssen berücksichtigt werden

«In die Kontrollverfahren der Fair Wear Foundation sind die Unternehmen wie die Belegschaft und die Gewerkschaften gleichermassen einbezogen. Dieser Ansatz gewährleistet viel besser als rein unternehmenseigene Massnahmen, dass soziale Mindeststandards in der Produktion eingehalten werden», sagt Patrick Renz, Direktor des Fastenopfers.

«Dass Unternehmen wie die SBB beim Einkauf auf die Produktionsbedingungen achten ist ein wichtiger erster Schritt. Fastenopfer und Brot für alle setzen sich auch auf der politischen Ebene für den Einbezug von Sozialstandards in der Beschaffung ein», erklärt Renz weiter. Diese Mindeststandards müssen bei der anstehenden Überarbeitung des Bundesgesetzes und den Verordnungen über das öffentliche Beschaffungswesen ausdrücklich verankert werden. In der öffentlichen Beschaffung sind neben den ökologischen und ökonomischen Minimalanforderungen auch soziale Mindeststandards in der Produktion, und das über die gesamte Lieferkette, zu gewährleisten und zu kontrollieren.

Die Post ist der FWF schon 2012 beigetreten – zur Freude ihrer Angestellten, wie diese in Interviews sagen. Tritt auch die SBB der FWF bei, bedeutet das ein weiteres wichtiges Signal für das öffentliche Beschaffungswesen. «Staat und öffentliche Unternehmen wie Post und SBB müssen beim Einkauf auch die Arbeitsbedingungen bei den Lieferanten berücksichtigen. Dazu gehören auch existenzsichernde Löhne für die Beschäftigten», betont Baumann. Besonders helfe der Beitritt zur FWF: «Da wird nicht nur der aktuelle Sicherheitszustand einer Fabrik überprüft und ob faire und rechtlich saubere Arbeitsbedingungen gelten. Arbeiterinnen und Arbeiter werden abseits des Arbeitsplatzes befragt, um in Audits festgestellte Zustände und Arbeitsbedingungen zu überprüfen. Danach nehmen Markenfirmen und Hersteller gemeinsam mit der FWF den Prozess für Verbesserungen an die Hand.»

Seitens der SBB wurde das Anliegen der drei Werke mit viel Offenheit aufgenommen. «Ein erstes Gespräch zwischen Jacqueline Klaiss Brons, Bereichsleiterin Beschaffungswesen bei der SBB, und Erica van Doorn, Direktorin der Fair Wear Foundation, hat bereits stattgefunden», freut sich Stefan Salzmann, Fachperson Entwicklungspolitik bei Fastenopfer. Und hofft, dass die SBB den herausfordernden, doch langfristig wirksamen Prozess bei der FWF mitträgt. «Um die Arbeitsbedingungen wirksam zu verbessern, arbeiten bei der FWF Lieferanten und Einkäufer wie die Post und über 90 Markenhersteller eng zusammen.»

Quelle und weitere Informationen:

Kontaktpersonen:

  • Stefan Salzmann, Fachperson Entwicklungspolitik Fastenopfer, 041 227 59 53,
  • Miges Baumann, Leiter Entwicklungspolitik Brot für alle, 079 489 38 24,
  • Patrick Renz, Direktor Fastenopfer, 041 227 59 73

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