Seit 2007 vergleicht das FiBL in Bolivien, Indien und Kenia den konventionellen und biologischen Anbau. Gefördert wird in diesen Versuchen auch die partizipative Technologieentwicklung unter direktem Einbezug von Bauern und Verarbeitern in die Forschung. Dieser Tage trafen sich die Projektpartner in Frick.

Kann Bio die Welt ernähren? Diese Frage beschäftigt nicht nur die landwirtschaftliche Forschung, sie führt auch an Stamm- und Konferenztischen regelmässig zu ideologischen Diskussionen. Um der Sache wissenschaftlich soliden Boden zu geben und herauszufinden, ob Bio mit konventioneller Produktion mithalten kann, führt das FiBL seit 1978 in der Schweiz und seit 2007 auch in den Tropen Langzeit- Vergleichsversuche durch.

Während in der Schweiz Getreide, Grasklee oder Kartoffeln im Vordergrund der Untersuchungen stehen, werden in Bolivien Kakao, in Indien Baumwolle, Soja sowie Weizen und in Kenia Mais, Kartoffeln und Bohnen angebaut. Gleichzeitig entwickelt man im Rahmen des Green Cotton Projekts in Indien mittels partizipativer Züchtung angepasste Baumwollsorten. Dadurch soll der Zugang der Kleinbauern zu Gentech-freiem Saatgut sichergestellt werden, da dieses im Handel nicht mehr verfügbar ist.

Erste Resultate aus den Versuchen in Indien und Kenia liegen bereits vor. Biologische Anbausysteme sind zwar etwas weniger produktiv, haben aber tiefere Kosten für Dünger und Pestizide und die Produzenten erhalten höhere Preise für ihre Produkte auf dem Weltmarkt. Für die Bauernfamilien ist Biolandbau also eine sehr interessante Alternative.

FiBL 09 2014 mm-syscom-gruppenfotoTeilnehmerInnen am Symposium zur partizipativen Technologieentwicklung an der ETH Zürich (SysCom-Teammitglieder in blauen T-Shirts) - Foto: Steffen Schweizer, FiBL

Gemeinsam Arbeitswoche - gemeinsame Ergebnisse

Die Projektpartner aus Bolivien, Indien und Kenia diskutierten in der vergangenen Woche auf Einladung des FiBL in Frick nicht nur die ersten Ergebnisse. Man tauschte sich auch über die methodischen Schwierigkeiten bei der langjährigen Beobachtung verschiedener Anbausysteme in den Tropen und der Messung agronomischer, ökologischer und ökonomischer Wirkungen aus. Wichtig war zudem das Vertiefen neuer Forschungsmethoden wie die Partizipative Technologieentwicklung (PTE)..

PTE basiert im Gegensatz zum klassischen Ansatz, wo Forscher ihre Ergebnisse top-down in die Praxis weitergeben auf direktem Einbezug der Erfahrung der Bauern. Die Versuche finden zum Teil direkt auf den Höfen statt. Mit diesem Vorgehen hofft man angepasste Problemlösungen zu finden, die die Bauern gut akzeptieren und breit umsetzen.

Das ist nicht immer einfach, da weder dieser partizipative Ansatz, noch die bewusst betriebene biologische Landwirtschaft in den Tropen lange Tradition haben. Umso wertvoller war der Erfahrungsaustausch unter den rund 20 Projektpartnern aus Bolivien, Indien und Kenia. Anlässlich einem gut besuchten Symposium von FiBL und dem Zürich-Basel Plant Science Center an der ETH in Zürich erhielten sie Informationen und Zuspruch von renommierten Wissenschaftern und Wissenschafterinnen, die sich seit langem mit PTE befassen.

Quellen und weitere Informationen:

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