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«Zukunft der Agro Food Branche» lautete der Titel der fünften Food Tech Days. Bionetz.ch war dabei. Hier ein Querschnitt durch die Themen.

Markus Johann - Das erste Referat der Food Tech Days an der Berner Fachhochschule in Zollikofen vom 18. September 2015 bezog sich auf sogenannte KTI-Projekte. Gemeint sind Projekte, die von der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) zusammen mit einem öffentlichen Forschungspartner zu einer marktfähigen Innovation weiterentwickelt werden. Dr. Peter Braun, Geschäftsführer von Swissfoodresearch.ch, nannte dazu interessante Zahlen: Aktuell sind vom Bund pro Jahr 130 Mio. für KTI-Projekte  budgetiert – Tendenz steigend. Davon sind 30 Mio. für Projekte mit Lebensmitteln vorgesehen. Es bestehen vier Projektgruppen zu Lebensmitteln: Getreide/Backwaren, Kaffee, Kartoffeln und Verpackung. Diese will das KTI demnächst um zwei weitere Gruppen erweitern. Innerhalb dieser Gruppen entstehen jeweils neue Ideen und/oder werden eingereichte Projekte einer ersten Beurteilung unterzogen.

Peter Versistrate, Uni Mastrich, referiert zu Fleisch aus dem Reagenzglas.Peter Versistrate, Uni Mastrich, referiert zu Fleisch aus dem Reagenzglas.

Hin zum qualitativen Konsum

Einer der Hauptreferenten der Tagung war der Zukunfts- und Innovationsforscher Hannes O. Rohner, der  die Zukunftsmanufaktur in Ittigen leitet, siehe www.b4u.ch. Sein Vortrag kreiste um die Themen: Ernährung in der nahen Zukunft – stabile Indikatoren und Kriterien der künftigen Nachfrage. Welche Visionen sind jenseits aller Trends zukunftsweisend? Welche Antworten liefern Werte-Tiefenbefragungen? Rohner wies darauf hin, dass auch ein Zukunftsforscher die tatsächlichen Bedürfnisse der Konsumentinnen und Konsumenten nie kennen würde, weil diese  meist im Unterbewussten verborgen seien und deshalb nicht offen ausgesprochen würden. Was die Entwicklung Richtung «Age off Less» und Verzichtsgesellschaft anbelangt, äusserte sich Rohner skeptisch. Aus seinen Befragungen und Erfahrungen mit jungen Leuten könne  er keine solche Tendenz ableiten. Junge Leute möchten heute nicht primär verzichten, jedoch sei ein Wandel vom rein quantitativen zu einem qualitativen Konsum eindeutig feststellbar. Es brauche deshalb eine neue Definition und neue Visionen für die Lebensqualität. Werte wie Vertrauen, Nähe, Bindung, Respekt, Freude, Ehrlichkeit usw. würden zukünftig an Bedeutung gewinnen.

Vielseitiges Lebensmittel-Tool

Am Schluss seines Referats präsentierte Rohner ein Tool sprich Werkzeug, das dazu dient, die Attraktivität von Lebensmitteln zu bestimmen. Dabei werden eine Vielzahl von Kriterien bewertet: Wo und wie wurde das Lebensmittel produziert? Welche Zusatzstoffe wurden verwendet? Welche Werte und Emotionen sind damit verbunden? Ist das Lebensmittel gesund, sicher, ökologisch nachhaltig produziert? Wie wird es präsentiert und verkauft? Als die vier wichtigsten Kriterien nannte Rohner Gesundheit, Geschmack, Natürlichkeit und Freiheit von unnötigen Fremdstoffen.

Mehr Forschung für Biolandbau nötig

Dr. Anna Katarina Gilgen vom World Food Systemcenter der ETH Zürich, wies in einem weiteren Referat darauf hin, dass die momentanen politischen Rahmenbedingungen eher hinderlich für erweitere Kooperationen seien. Innerhalb einer breit angelegten Studie habe sie u.a. festgestellt, dass unter den verschiedenen Bundesämtern auch bei gleichgelagerten Themen praktisch keine Absprache und Koordination stattfinden würde. Um die vorhandenen Ressourcen Land, Luft und Wasser schonend zu nutzen, müsse zudem die Forschung für den Biolandbau intensiviert werden können.

Fleisch aus dem 3D-Drucker

Die Tagung wagte auch einen Blick in die fernere Zukunft. Forscher aus dem In- und Ausland zeigten, wie zukünftige Hersteller Fleisch im Reagenzglas oder Lebensmittel aus dem 3D-Drucker zu produzieren gedenken. Bis solche Produkte marktfähig werden, braucht es aber noch viel Forschung.

Alle Referate können demnächst auf der Website von Swiss Food Research runtergeladen werden. Organisiert und durchgeführt werden die Food Tech Days jeweils von der Swiss Food Research. Das Ziel dieses nationalen thematischen Netzwerkes ist, die besten Akteure für Innovationsprojekte zu vereinen. Dazu gehören beispielsweise KTI-Projekte.

www.swissfoodresearch.ch

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