Branchen-News

Konzerne machen armen Farmern Ackerflächen streitig

Finanzkonzerne kaufen Ackerland in Entwicklungsländern auf

(pte) - Banken, Investmentfonds und internationale Konzerne haben sich in den vergangenen Jahren verstärkt auf Ackerland in ärmeren Ländern gestürzt. Dabei nutzen sie für strategische Investitionen nicht nur Finanzprodukte wie Agrarlandfonds oder Derivate, um an der Wertschöpfungskette partizipieren zu können. Darüber hinaus kaufen sie sowohl ganze Ackerböden als auch Schweine- oder Geflügelfarmen auf und beteiligen sich am physischen Handel mit Agrarrohstoffen.

Dieses relativ neue Mrd.-Geschäft kann für die Bevölkerung und die ansässigen Bauern vor Ort sowohl positive als auch negative Folgen haben. Kritiker wie die Welternährungsorganisation FAO http://www.fao.org warnen vor einer Verdrängung kleiner Farmer durch internationale Konzerne und sprechen von Neokolonialismus.

Die Nahrungsmittelkrise der vergangenen beiden Jahre sowie die aktuelle Wirtschaftskrise tragen dazu bei, dass das Engagement in der Agrarwirtschaft ärmerer Länder durch Finanzkonzerne und Unternehmen wie auch andere Staaten zunimmt.

Vonseiten der staatlichen Käufer wird etwa versucht, die Versorgung der eigenen Bevölkerung zu sichern, nachdem Ausfuhrverbote im Zuge der Nahrungsmittelkrise zu Engpässen und Teuerungen führten. Die Wirtschaftskrise sorgt zudem dafür, dass örtliche Agrarunternehmen ihre Böden verkaufen müssen und die Preise für Investoren derzeit niedrig sind. Zwar kann die Bevölkerung in den Zielmärkten von Vorteilen wie Infrastruktur- oder Arbeitsplatzaufbau profitieren. Probleme ergeben sich hingegen, wenn sie beim Entscheidungsprozess über die Landverteilung nicht einbezogen wird und Landbesitzrechte nicht respektiert werden.

Dem Institut für Ernährungspolitik Ifpri http://www.ifpri.org zufolge wurde durch ausländische Investoren bereits eine Summe von bis zu 30 Mrd. Dollar in den Erwerb von Ackerflächen in Schwellen- und Entwicklungsländern gepumpt. Innerhalb der vergangenen drei Jahre seien weltweit 15 bis 20 Mio. Hektar Agrarland in ärmeren Ländern verkauft worden oder Gegenstand von Verkaufsverhandlungen gewesen.

Viele Staaten würden jedoch nicht über einen angemessenen Rechtsschutz zugunsten der Farmer verfügen, weshalb die Bauern häufig dem Druck der finanzstarken Investoren weichen müssen. Allerdings können sich die Mrd.-Engagements auch für die Agrarwirtschaft der investierenden Industrieländer als Nachteil erweisen. Angesichts von Billig-Importen durch die neuen Agrargiganten geraten die Bauern unter Preisdruck. "Die Konkurrenzfähigkeit der Landwirte hängt nicht unbedingt von der Grösse ihrer Betriebe ab. Vielmehr sind es Rahmenbedingungen wie etwa Subventionen, die die Verhältnisse in der Landwirtschaft vorgeben", meint Manfred Schöpe, Experte für Agrarwirtschaft beim Institut für Wirtschaftsforschung ifo http://www.ifo.de, im Gespräch mit pressetext.

In Madagaskar hatte eine Vereinbarung über die 99 Jahre lange Verpachtung von 1,3 Mio. Hektar Ackerland, was rund der Hälfte des gesamten fruchtbaren Bodens des Landes entspricht, an ein multinationales Unternehmen aus Korea zuletzt für politische Folgen gesorgt. Einem Zenit-Bericht zufolge wurde der damalige Präsident angesichts des Unmuts der Bevölkerung zum Rücktritt gezwungen, wenngleich der Konzern die Zahlung von Mrd.-Summen und neue Arbeitsplätze ankündigte.

Wie das Wirtschaftsmagazin Capital berichtet, sind internationale Finanzkonzerne wie etwa Goldman Sachs oder Morgan Stanley in der Landwirtschaft engagiert. So habe Goldman Hunderte Mio. in Geflügel- und Schweinefarmen investiert. Morgan Stanley habe 40.000 Hektar Ackerland in der Ukraine aufgekauft. Nach Meinung von Investment-Managern seien derartige Geschäfte in der Agrarwirtschaft "als strategisches Investment absolut sinnvoll".

Copyright: pte, 29.05.2009

Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Manuel Haglmüller
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Beide Sektoren wollen grösste Gewinner der Flaute sein

(pte) - Unterschiedlicher wie die Fast-Food-Industrie und die Biobranche könnten Markterscheinungen in der Gastronomie und dem Konsumgüterhandel kaum sein. Dennoch weisen die beiden Sektoren neuerdings eine Gemeinsamkeit auf: Beide beanspruchen den Titel für sich, als grösster Gewinner aus der aktuellen Wirtschaftskrise hervorzugehen.

Obwohl oder gerade weil die zwei Branchen grundverschiedene Marktnischen bedienen, scheinen die Geschäfte nicht nur eigenen Angaben zufolge verhältnismässig rund zu laufen. Branchenkenner und Analysten weisen in beiden Segmenten gerne auf die stabilen Wachstumschancen hin, die sie trotz der Wirtschaftsflaute vorfinden würden. Dabei setzen besonders die stark expandierenden Fast-Food-Ketten klassische Gastronomen unter zunehmenden Existenzdruck

"Ironischerweise zeichnet sich tatsächlich ein Doppelsieg der beiden Segmente ab", meint Andreas Jörg Scheuerle, Leiter Sachgebiet Europäische Konjunktur und Branchenanalysen bei der DekaBankhttp://www.dekabank.de, im Gespräch mit pressetext. Allerdings würden sich die Argumente der Akteure in den Bereichen Bio und Fast Food deutlich unterscheiden.

So sei der Trend zu Bio vielmehr struktureller Natur, während der Fast-Food-Boom eher ein konjunkturelles Phänomen darstelle. "Das veränderte Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher sowie eine gewisse Verunsicherung in der Diskussion über Gentechnik-Produkte sind schlagkräftige Argumente der Biobranche, natürliche und gesunde Produkte zu konsumieren", führt der Experte aus. Dieser Argumente würden sich etwa Discount-Einzelhändler immer häufiger bedienen, um den Absatz anzukurbeln.

Der Trend zu Bioprodukten ist nach Angaben von Marktforschern nachhaltig. Konsumenten würden sich "gerade in Krisenzeiten" auch teure Produkte leisten, sofern sie die Gesundheit fördern. Der Aufwind von Fast-Food-Ketten wie McDonald's oder Burger King dürfte hingegen auf eine rein hauswirtschaftliche Logik der Konsumenten zurückzuführen sein.

Zwar sei die "Sparwut hierzulande noch nicht ausgebrochen", da die privaten Haushalte bislang noch nicht unter Druck geraten seien. Dennoch suchen die Verbraucher in Fast Food die Möglichkeit, "in der Krise Geld zu sparen", erklärt Scheuerle gegenüber pressetext. Dem entsprechend könnte auf das gesamte Gastgewerbe eine Konsumkeule zukommen, sobald sich die Situation der Privathaushalte verschärft. "Auf Ausgaben in der Gastronomie kann der Verbraucher leichter verzichten als auf andere Konsumgüter", schliesst Scheuerle.

09.06.2009

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Buchneuerscheinung zeigt Skandal in Europa und USA auf

Genug zum Essen für alle!

(pte) - Mehr als sieben Mal könnte man alle Hungernden der Erde sättigen, würde man die Nahrungsmittel, die in Europa und in den USA weggeworfen werden, verteilen.

Diese Fakten basieren auf Recherchen des Kleinbauern und Lebensmittel-Analysten Tristram Stuart, der in seinem neuesten Buch "Waste: Uncovering the Food Scandal" (erschienen im Penguin-Verlag http://www.penguin.co.uk ) die Zahlen ermittelt hat. Stuart ist von Yorkshire bis China, von Pakistan bis Japan gereist, um zu erforschen, wie viel Nahrungsmittel weggeworfen werden. Allein die Lebensmittel, die von Haushalten in Grossbritannien weggeworfen werden, könnten 113 Mio. Menschen auf der Welt satt machen.

30 Prozent aller in Grossbritannien verkauften Kartoffel landen im Abfall. Die Bauern und die Lebensmittelproduzenten in Grossbritannien werfen rund eine Mio. Tonnen der Knolle jährlich in den Müll. Trotz der immer massiveren Fischereikrise werden zwischen 40 und 60 Prozent aller gefangenen Fische in europäischen Gewässern ins Meer zurückgeworfen. Alle davon sind bereits tot. Allein der Marktwert der drei wichtigsten Speisefische Grossbritanniens, die weggeworfen werden, beträgt rund 80 Mio. Euro.

Die 60 Mio. Briten werfen jährlich 484 Mio. Joghurts ungeöffnet in den Müll. Stuart kritisiert in seinem Buch besonders die Supermarktketten, da diese über die Nahrungsmittel, die weggeworfen werden, kaum oder nur sehr ungenügend Auskunft erteilen. Grosse Ketten wie etwa Sainsbury kommen auf jährlich rund 60.000 Tonnen, die Kette Asda sogar auf geschätzte 75.000 Tonnen Lebensmittel, die auf Deponien landen. Untersuchungen der Marktforschungsgruppe Biffa haben deutlich gezeigt, dass die Hälfte der Früchte und Gemüse, die für die Supermärkte gezogen werden, nie im Laden enden. Gründe dafür sind falsche Grössen oder verändertes Aussehen.

"Das Problem ist nicht die Achtlosigkeit der Konsumenten", meint Buchautor und Globalisierungskritiker Klaus Werner-Lobo http://unsdiewelt.com im pressetext-Interview. Dass Lebensmittel weggeworfen werden, sei erwünscht, denn das Wirtschaftssystem lege es darauf an viel zu viel zu produzieren und kurze Ablaufdaten zu haben. "Das ganze System entspricht nicht den realen Bedürfnissen", kritisiert der Autor.

Das zeige etwa auch jene Vorgangsweise, Lebensmittelabfälle im Müllcontainer zu vergiften, damit sie niemand mehr konsumieren könne. Die herrschende Gesetzeslage will Arme und Mittellose kriminalisieren, wenn sie aus den Abfalleimern Nahrungsmittel, die verwendbar sind, entnehmen. "Die Erde könnte zwölf Mrd. Menschen sattmachen und dennoch sterben tagtäglich 24.000 Kinder an Hunger." Der tägliche Massenmord diene dem Profit. "Jedes weggeworfene Joghurt-Paket bringt dem Hersteller Profit, denn es wurde verkauft." Der Hersteller agiere nicht deswegen so, weil er böse sei, sondern weil das System des Kapitalismus so funktioniere.

11.07.2009

Copyright und Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Wolfgang Weitlaner
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Mitte der 90-er Jahre brachte die Agrano AG die auf Bioweizen-Basis vermehrte knospenzertifizierte Hefe „Bioreal“ auf dem Markt. Nach der Markteinführung einer zweite Bio-Knospe-Hefe durch die Hefe Schweiz AG, erklärte die Bio Suisse per 1. Juli 2004 die Verwendung einer Biohefe zur Pflicht. Mittelfristig rückt nun die gesetzliche Biohefepflicht in der Schweiz und der EU ins Blickfeld. In der gewerblichen und industriellen Schweizer Praxis hat sich die Biohefe gut etabliert, mit grösserer Verbreitung des Angebot von Hefe Schweiz. Die Bioreal-Hefe bietet aber ein breiteres Anwendungsfeld über die Verwendung als Backhefe hinaus auch als Zutat für hefehaltige Lebensmittel.

Biohefe

Die Pionierbetriebe der Biobäckerei hatten lange eine Biohefe gefordert und waren dann auch die ersten Anwender der Bioreal-Hefe und begrüssten die Pionierarbeit der Agrano AG lange vor dem Einsetzen des Bioboom sehr. Nach der Lancierung der Biohefe von Hefe Schweiz hatte die Bäckereifachschule Richemont die beiden Biohefen getestet mit dem gleichzeitig neutralen und fachkompetenten Antwort Fazit von Bäckereichef Werner Hürlimann „Wir haben beide getestet. Man kann mit beiden Biohefen gut arbeiten. Bei der Wahl der Biohefe spielt v.a. auch eine Rolle, über welche Kanäle die Bäckereien ihre Rohstoffe beziehen“.

In anwendungstechnischen Fragen gingen die Meinungen von Anfang an auseinander. Nach wie vor setzen „Bioniere“ wie die Vollkornbäckerei Scharrenberg auf Bioreal. Dies mit Verweis auf gut eingespielte Rezepturen und Arbeitsabläufe mit teilweise sehr langen Triebführungen sowie den beliebten Geschmack der Brote und Backwaren bei der Kundschaft.

Die Mehrzahl der gewerblichen Biobäckereien setzt aber heute auf die Biohefe von Hefe Schweiz. Andreas Lehmann von der Lehmann Holzofenbeck AG in Lanterswil (TG) einem weiteren Pionierunternehmen der Biobäckerei: „Mit der Bio Hefe von Hefe Schweiz können wir uneingeschränkt alle unsere Hefeteige herstellen, wir sind mit deren Eigenschaften vollauf zufrieden, vor allem auch in Bezug auf Geschmack und Verarbeitung.“

Andreas Lehmann

Andreas Lehmann (Bild) war hatte schon vor der allgemeinen Markteinführung die Möglichkeit die Bio Hefe von Hefe Schweiz AG in der Praxis zu testen: „Wir waren von Anfang an sehr zufrieden und verwenden seither für das ganze Sortiment, da wir ausschliesslich Bio Produkte herstellen.“

Reto Weber ist Leiter der Bio-Bäckerei der VEBO Genossenschaft in Oensingen (SO/ www.vebo.ch ), die verschiedene Werkstätten zu Förderung der Eingliederung von Menschen mit Behinderung betreiben. Er weist auf die einfachere Handhabung der Biohefe von Hefe Schweiz hin: „Teige mit Biorealhefe brauchen längere Gärzeiten, da die Hefe weniger stark treibt als konventionelle Hefe. Zwischen den Angeboten von Hefe Schweiz konventionell und Bio kann ich keine bemerkenswerten Unterschiede feststellen. Auch das Einfrieren der Hefe funktioniert gleich; die Hefen verflüssigen sich beim Auftauen, aber ohne weitere Qualitätseinbusse.“

Gute Lieferbedingungen – Mehrpreis sekundär

Beim Biogrosshandel-Unternehmen Biopartner sind beide Biohefen erhältlich. Reto Weber ist mit den Einkaufs- und Verpackungsbedingungen zufrieden „Wir beziehen die Biohefe der Hefe Schweiz bei Pistor oder Biopartner dem Biogrosshandel-Unternehmen Biopartner in 10 Kg Karton (20 x 500 Gramm) ein. Für unsere Betriebsgrösse sind diese Packgrössen ideal“. Auch für Andreas Lehmann klappt der Einkauf über Pistor sehr gut. Er wünscht sich aber grössere Gebinde mit weniger Verpackung.

Andreas Lehmann weist in Übereinstimmung mit Reto Weber darauf hin, dass der höhere Preis der Bio Hefe die Brotkalkulation wenig relevant ist. „Wir setzen sehr wenig Hefe pro kg Brot ein. Bei den Klein- und Feingebäcken spielt der höhere Preis sehr wohl seine Rolle und muss entsprechend einkalkuliert werden.“

Nachdem die Bio Suisse die Verwendung einer Biohefe zur Pflicht erklärte, mussten sich auch die industriellen Verarbeiter von Knospe-Bioprodukten darauf einstellen, darunter v.a. auch die Zulieferbetriebe von Coop. Auch hier hat sich die Biohefe von Hefe Schweiz etabliert. Die einfachere und der konventionellen Hefe ähnliche Handhabung wird hier wohl noch eine grössere Rolle gespielt haben.

Unterschiedliches Geschmacks- und Aromaprofil

Die unterschiedlichen Herstellungsverfahren (Link zum Artikel „Biohefepflicht in der EU? - ..... und in der Schweiz?“) führen zu einem unterschiedlichen Geschmacks- und Aromaprofil. Auch diesbezüglich liegt das Angebot von Hefe Schweiz näher beim konventionellen Standard.

Biokleinbrote
Biokleinbrote der Vollkorn-Bäckerei Scharrenberg in Oetwil a.S.

Die Einschätzung ist denn auch sehr persönlich bzw. durch die Reaktion der Kundschaft geprägt. Während die Biorealhefe bei Scharrenberg-KundInnen den besonderen Geschmack der Backwaren Produkte betont, stellt Reto Weber fest:„Bioreal riecht intensiver, im Gebäck ist allerdings praktisch kein Unterschied feststellbar“. Bei den KundInnen von Andreas Lehmann stiess die Bioreal-Anwendung aber auf Ablehnung: „Die Geschmackliche Note der Produkte kam sehr schlecht an. Die KundInnen bemängelten einen unangenehmen, säuerlich-dumpfen Geschmack.“

Gute Vermarktungschancen für beiden Biohefen

Die Angebote von Agrano und Hefe Schweiz sind gleichwertig biozertifiziert und entsprechen den Richtlinien der Bio Suisse (Knospe). Die Herstellungsweise der Bioreal Hefe von Agrano kann jedoch als natürlicher eingeschätzt werden und kommt mit weniger Hilfsstoffen aus. Durch das spezielle Geschmacks- und Aromaprofil eignet sich die Bioreal-Hefe über die Verwendung als Backhefe hinaus v.a. auch als Zutat für hefehaltige Biolebensmittel, wie etwas Würzextrakte und Produkte, bei denen diese zum Einsatz kommen. Bioreal dient auch als Basis für eine Reihe weiterer Backhilfsmittel.

Während sich die Biohefe von Hefe Schweiz also durch die einfachere und breiteren Anwendungsmöglichkeiten als Backhefe profiliert, zeichnet sich Bioreal durch weitere Anwendungsmöglichkeiten aus. Eine interessante Ausgangssituation mit Blick auf die weiteren Entwicklung im Hefemarkt in der Schweiz und darüber hinaus.

Bezugsquellen und Informationen

Bioreal - Agrano AG:
www.agrano.ch
www.biopartner.ch

Biohefe - Hefe Schweiz AG:
www.hefe.ch
www.pistor.ch
www.biopartner.ch

Text: Peter Jossi (p.jossi@bionetz.ch)

Copyright: www.foodaktuell.ch; zuerst veröffentlicht unter www.foodaktuell.ch

„Nachhaltige Fischfang/ bzw. Fischzucht“, dies der Schwerpunkt der bionetz.ch-GV 2009. Die Schweizer Bio-Plattform für Verarbeitungs- und Handelsunternehmen lud am Freitag, 4. 09. 2009 eine vielfältige Runde von Fachleuten und Interessierten an die Nachhaltigkeitsmesse Lifefair - www.lifefair.ch. Die angeregte Fachdiskussion zeigte: Aus Praxissicht ist v.a. die Verfügbarkeit eines breiten Qualitätsangebots wichtig.

Dieses Ziel ist mit verschiedenen hoch stehenden Nachhaltigkeitsstandards besser zu erreichen als mit einem,die Wahlfreiheit und Verfügbarkeit einschränkenden Monopol-Label.

Das Ziel der Vormittagstagung konnte erreicht werden: Eine Standortbestimmung zu den Angeboten, Labels und Zertifizierungsprogrammen und die Perspektiven für die weitere Entwicklung aufzeigen. Der Blickwinkel lag dabei bei den Auswirkungen auf die Verarbeitungs- und Handelsunternehmen, welche einen Grossteil der bionetz.ch-Mitglieder ausmachen.

Folgende dringende Praxisfragen und konkrete Antworten darauf standen im Zentrum:

  • Welche Praxiserfahrungen werden mit verschiedenen Standards gemacht?
  • Wie steht es mit der Verfügbarkeit der gewünschten Sortimente?
  • Welche Standards existieren neben Biostandards in der Fischzucht und welche sind empfehlenswert?
  • Wie steht es mit den Zertifizierungsaufwänden, Labelgebühren und weiteren Kosten?

Wettbewerb von Qualität und Angebot – auch bei den Labels

Ausgewiesene Fachleute gaben dazu den Input für eine praxisorientierte Diskussion. Toby Herrlich, Geschäftsleiter fish4future zeigte die langjährige Erfahrungen seines im Grosshandel tätigen Familienbetriebs auf. Insbesondere in der Belieferung der Gastronomie trete die Bedeutung der einzelnen Labelprogramme in den Hintergrund, zumal sich sein Unternehmen ganzheitlich auf den Einkauf nach Nachhaltigkeitskriterien ausrichte. Herrlich setzte einen Kontrapunkt zur Labelsalat-Diskussion: „So viele Labels wie möglich! Mehrere Nachhaltigkeitsstandards können sich auch positiv auf die Qualität und die Anforderungen auswirken!“, betonte Herrlich. (pdf-Info-Dokument fish4future)

Michel Steiner, Einkaufsleiter Frischprodukte Manor Food, gab eine ähnliche Einschätzung. Der Verkauf von qualitativ hoch stehendem frischem Fisch und Meeresfrüchten spielt in den Manor Food-Märkten eine grosse Rolle. „Wir haben uns zum Aufbau eines Vollsortiments nach Nachhaltigkeitskriterien entschieden. Das Nachhaltigkeitsprogramm „Friend of the Sea“ bietet uns das gewünschte Angebot,“ so Steiner zur Positionierung von Manor Food.

Hans Ramseier, Bio Suisse, Qualitätssicherung- und -Entwicklung stellte das Fischzuchtangebot vor, dass mit der Knospe erhältlich ist. Per Definition ist der Wildfang nicht biozertifizierbar, da Seen und Meere im Gegensatz zu Fischzuchtbetrieben nicht klar abgrenzbare Systeme sind. Die Bio Suisse habe keine Pläne, in diesem Bereich mit der Knospe aktiv zu werden, aber natürlich dennoch ein Interesse an der Etablierung hoch stehender Standards, so Ramseier. (pdf-Info-Dokument Richtlinien Bio Suisse) 

Praxisfachleute fordern Öffnung der Branchenplattformen

Unter den versammelten Praxis-Fachleuten zeigte sich der weit gehend gestützte Konsens, dass sich Förderplattformen wie die WWF Sea Food-Group nicht nur auf die Förderung eines einzelnen Labelprogramms konzentrieren sollten, sondern für verschiedene Standards, wie etwa das weltweit grösste aber in der Schweiz infolge "Heirat" (Heinzpeter Studer) von Coop, Migros, kaum bekannte Programm "Friend of the Sea" öffnen müssen.

Dies mit dem Ziel, durch die Förderung verschiedener Intiativen einen gesunden Qualitätswettbewerb sicher zu stellen. Dadurch müssen die gemeinsamen staatlichen und globalen Basisanforderungen weiter entwickelt werden, die bereits existieren, aber noch zu wenig weit gehen. 

Problemfelder Fischfutter und Ernährung

Dr. agr. Andreas Stamer, Fachexperte Tiergesundheit beim FiBL, zeigte den Stand der Forschung. Er wies insbesondere auch auf die Fischfutterproblematik hin, die sich auch in der Biozucht stelle. Er verwies auf Forschungsarbeiten, bei denen vermehrt Futter auf pflanzlicher Basis (z.B. Algen) oder Insektenproteine (z.B. Fliegenlarven) im Zentrum stehen. Stamer dazu: „Dies entspricht oft der natürlichen Nahrung und entlastet darüber hinaus auch die Fischbestände.“ Wichtig sei auch, vermehrt die Fischzucht von pflanzenfressenden Fischen zu fördern, was eine entsprechende Bewusstseinsbildung beim Speiseplan der KonsumentInnen bedinge.

Heinzpeter Studer, Fachstellenleiter fair-fish kam die Aufgabe zu, eine breite Übersicht zu den verschiedenen Standards und der Marktsituation aufzuzeigen. Die Organisation fair fish hat eigene Vermarktungsprojekte und setzt darüber hinaus einen Schwerpunkt beim Tierschutz, namentlich den Tötungsmethoden. Studer ging auch auf die Ernährungsempfehlung „Viel Fisch essen“ ein und stellte die Frage „Woher die Mengen?“ Der Rat von Studer: „Kauft Omega-3-Kapseln auf Algenbasis, denn von den Algen haben es die Fische!“ (pdf-Info-Dokument fair-fish)

Siehe auch bionetz.ch-Hintergrundbericht "Welcher fisch darf auf den Tisch?" von Matthias Wiesmann

Peter Jossi
www.bionetz.ch

Ihre Meinung? – Kontakt: p.jossi@bionetz.ch

Informationen:

Heinzpeter Studer, Fachstellenleiter fair-fish
www.fair-fish.ch

Michel Steiner, Einkaufsleiter Frischprodukte Manor Food
www.manor.ch

Toby Herrlich, Geschäftleiter fish4future - Grosshandel
www.fish4future.org

Dr. agr. Andreas Stamer, FiBL, Fachexperte Tiergesundheit
www.fibl.org

Hans Ramseier, Bio Suisse, Qualitätssicherung- und -Entwicklung
www.bio-suisse.ch

MSC
www.msc.org

Friend of the Sea
www.friendofthesea.org

WWF Seafood Group
www.wwf.ch/de/derwwf/zusammenarbeit/meere/

bionetz.ch

Das Netzwerk www.bionetz.ch richtet sich schwerpunktmässig an Verarbeitungs- und Handelsunternehmen, Organisationen mit Schwerpunkt in der Bio- Fair Trade-Vermarktung und einem vertieften Interesse an Nachhaltigkeitszielsetzungen in der Ernährungswirtschaft.

Bezüglich der verschiedenen Label- und Zertifizierungsangebote ist bionetz.ch unabhängig, wirkt aber auf praxisfähige Standards und Arbeitsabläufe v.a. für KMU hin.

Überlegungen zum „Fair for Life“-Jubiläumsbericht von Matthias Wiesmann

Anders als der Bio-Bereich kennt der Fair Trade-Bereich keine gesetzliche Grundlage, die ein Minimum an Regeln setzt – es sei denn, man beziehe sich auf die Grundlagen der Internationalen Arbeitsorgansation (ILO, BIT) in Genf. In diesem Fall kann man nicht unbedingt von Fair Trade, sondern eher von „Fair Production“ sprechen.

Auf Wikipedia ist die (faire) Welt auf den ersten Blick noch sehr überschaubar. Unter dem Stichwort Fairtrade findet man gerade mal den Hinweis auf ein einziges Label. Es heisst da: „Sogenannte Gütesiegel oder Labels machen Produkte aus Fairem Handel für die Verbraucher als solche erkennbar. Für die Zertifizierung von Produkten und Produzenten und die unabhängige Überprüfung der Einhaltung der Kriterien ist die internationale Dachorganisation Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) verantwortlich. In ihr sind die nationalen Fairhandelsorganisationen zusammengeschlossen. Das Gütesiegel für Fairen Handel heißt in Deutschland und Österreich TransFair, in der Schweiz Max Havelaar.“ That's it!

Wenn man gezielt weitersucht, stösst man in Wikipedia ebenfalls (aber ohne wechselseitige Querverweise) auf SA 8000, eine Norm, die sich auf die UN Deklaration der Menschenrechte, die Rechte des Kindes und ebenfalls auf die ILO-Konventionen beruft. (Switcher ist beispielsweise SA8000-zertifiziert).

An der Art der beiden Einträge und dem Fehlen von Querverlinkungen ist einfach abzulesen, dass es sich um Konkurrenznormen handelt. Die Regeln von Wikipedia lassen es zu, dass FLO-Texter einen entsprechenden Beitrag redigieren. Sie sind ja nicht verpflichtet, auf „Konkurrenzprodukte“ hinzuweisen. Dabei ist es durchaus normal, dass Labels in Konkurrenz zueinander stehen.

Das ist auch bei Bio-Labels der Fall. Die Anbauorganisationen stehen im Wettbewerb um Landwirtschafts- und Verarbeitungsbetriebe, die ihr Label übernehmen. Die Organsationen finanzieren sich schliesslich aus dem Verkauf von Lizenzen. Im Fairtrade-Bereich dürfte die Konkurrenz allerdings noch grösser sein, da Verkauf von Lizenzen, die Etablierung von Normenkatalogen und deren Zertifizierung viel enger zusammenhängen. Dies ist bei den „klassischen“, stark im Lizenzverkauf engagierten Fairtrade-Organsationen sehr deutlich (Beispiel Max Havelaar mit Kaffee- und Bananenlizenzen bei Coop, Migros usw.): sie schlossen sich international zu den Fairtrade Labelling Organisations (FLO) zusammen und bauten ihre eigene Zertifizierung auf, die schliesslich in FLO-CERT ausgelagert wurde.

Es gibt aber auch den anderen Entwicklungsansatz: nicht produktions- oder verkaufsnahe Organisationen, sondern der Zertifizierer setzt ein Label in die Welt. Diesen Weg hat das weltweit tätige IMO in Weinfelden (Schweiz) mit dem Label Fair for Life beschritten. Während die traditionellen Fair Trade-Organisationen so etwas wie Menschenrechtsorgansationen auf einer sehr konkreten Handlungsebene sind (Schwerpunkt bei der Durchsetzung der Arbeitsnormen der ILO), richtet sich der Blick des IMO etwas stärker auch auf den wirtschaftlichen Prozess, auf die Wertschöpfungskette.

Zusammenfassend wird man konstatieren: die Idee ist zwar schön, einerseits eine irgendwie demokratisch organisierte „Legislative“ zu haben, welche Richtlinien formuliert, andererseits eine unabhängige „Judikative“, welche die Einhaltung der Richtlinien kontrolliert (und Zertifikate verteilt). Weil es aber so ist, dass die Richtliniensetzer von den Linzenzeinnahmen leben und die Zertifizierer von den Kontrollhonoraren, mischt sich grundsätzlich in beiden Fällen ein ökonomisches Interesse in diese gut ausgedachten Strukturen ein. Wenn Produzentenorgansationen ein Label lancieren, dann ist es sicher sozial breiter abgestützt als wenn eine Zertifizierungsorganisation Urheberin ist. Ob die Corporate Governance im einen oder anderen Fall besser ist, ist nicht auf den ersten Blick zu entscheiden.

Matthias Wiesmann, 18.09.2009

Link zum Original - „Fair for Life“-Jubiläumsbericht

Bio-BäckerInnen-Gruppe bei Backstube Sundaram AG

von Peter Jossi

Am 14. Oktober 2009 traf sich die Bio-BäckerInnen-Gruppe in der Backstube Sundaram AG in Uster. Der Schwerpunkt des Herbsttreffens lag beim Thema Biofette und - Margarinen. Zusammen mit Herstellern und Vermarktern wurden anhand konkreter Praxisanwendungen die bestehenden Angebote geprüft und der zusätzliche Bedarf für Bäckerei- und –Konditoreianwendungen diskutiert.


Bio-BäckerInnen-Gruppe bei Backstube Sundaram AG

Das Treffen in den Arbeitsräumen der Backstube Sundaram AG knüpfte an eine ebenso bewährte wie einfache Tradition der Bio-BäckerInnen-Gruppe an: Einer der Mitgliederbetriebe übernimmt jeweils die Gastgeberrolle. Der gemeinsame Rundgang durch die Lager-, Arbeits- und Verkaufsräumlichkeiten bildet dabei bereits den Einstieg in eine vielseitige Fachdiskussion. Der von Thomas Wiesmann geleitete Betrieb ist einer der echten „Bioniere“, der bereits bei der ersten Bio-BäckerInnen-Gruppe vor 20 Jahren mitwirkte. Gerade auch für NeueinsteigerInnen in die Bioverarbeitung ist dieser Austausch daher besonders wertvoll.

Die Verarbeitung von Fetten und Margarinen in Bioqualität ist in den gewerblichen und industriellen Backwarenherstellung seit vielen Jahren üblich. Bei welchen Produkten stattdessen Biobutter zum Einsatz kommt, hängt von technischen Fragen ebenso ab wie von der Unternehmensphilosophie der Betriebe.

Christoph Gsell, Geschäftsleiter der Grüninger AG, stellte verschiedene Biofette und Biomargarinen und deren Einsatzmöglichkeiten vor. Thomas Wiesmann von der Backstube Sundaram AG hatte im Vorfeld bereits einige Backversuche (Pastetli-Herstellung) gemacht.

Aus der daraus entstehenden Praxisdiskussion konnten die konkreten Bedürfnisse der Betriebe recht genau abgeschätzt werden. Dieser Fachaustausch wird nun in weiteren Abklärungen konkretisiert in Zusammenarbeit mit Barbara Wirz vom Biogrosshändler Bio Partner Schweiz AG, der bereits viele BiobäckerInnen regelmässig mit einem Vollsortiment beliefert.

Im Jahr 2010 wird die Bio-BäckerInnen-Gruppe weitere Betriebsbesuche organisieren.

Als Schwerpunkt wurde das Themenfeld Qualität diskutiert. Der beim Treffen anwesende Berater Markus Johann wies dabei auf die Züchtungserfolge von Peter Kunz im Bereich Biosaatgut hin. Davon ausgehend wollen wir Qualitätsfragen entlang der ganzen Wertschöpfungskette näher betrachten, namentlich bei der Lagerhaltung, (Selbst-) Vermahlung, und Verarbeitung.

Informationen zur BiobäckerInnen-Gruppe:

Peter Jossi, p.jossi@bionetz.ch
www.bionetz.ch

Weitere Informationen:

Thomas Wiesmann, Geschäftsleiter Backstube Sundaram AG
www.sundaram.ch

Christoph Gsell, Geschäftsleiter Grüninger AG

www.grueninger.ch
www.grueninger.ch/de/10118/Unser_Team.html

Barbara Wirz, PM Food Bio Partner AG

www.biopartner.ch
www.biopartner.ch/neu/de/Einkau_1119.asp

Peter Kunz
www.peter-kunz.ch

Zukunft säen!: www.avenirsem.ch

Mit klareren Regeln will der Bundesrat festlegen, wann ein Produkt mit dem Schweizer Kreuz ausgezeichnet werden darf. Die Bauern freuts, die Verarbeiter nur zum Teil.

Von Roland Wyss-Aerni

Verarbeitete Lebensmittel, die mit dem Schweizerkreuz gekennzeichnet werden, müssen künftig gewichtsmässig zu 80 Prozent aus Schweizer Rohstoffen bestehen. Ausnahmen davon sind möglich bei Rohstoffen, die in der Schweiz gar nicht vorhanden sind wie etwa Kakao, oder nur in ungenügender Menge, zum Beispiel wegen Ernteausfällen. Rein wirtschaftliche Gründe, etwa billigere Rohstoffe im Ausland, rechtfertigen keine Ausnahme.

Diese Regel will der Bundesrat in der "Swissness"-Vorlage verankern. Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf präsentierte am 18. November 2009 die entsprechenden Vorschläge für eine Revision des Markenschutz und des Wappenschutzgesetzes. Damit will der Bund die Herkunftsbezeichnung "Schweiz" stärken und den Missbrauch einzudämmen. Immerhin könne bei typisch schweizerischen Produk ten der Mehrwert bis zu 20 Prozent des Verkaufspreises betragen, verdeutlichte Widmer-Schlumpf den Wert von "Swissness".

Umstrittener Rohstoffanteil
Die Frage nach dem Schweizer Rohstoffanteil für verarbeitete Lebensmittel ist einer der Streitpunkte der "Swissness"-Vorlage. Bauern und Konsumenten pochten auf einen möglichst hohen Anteil an Schweizer Rohstoffen, während die Industrie sich die Möglichkeit, ihre Produkte mit dem Schweizerkreuz zu versehen, nicht mit zu hohen Auflagen erschweren lassen wollte. Entsprechend fielen nun die Reaktionen auf die Botschaft aus.

Die bäuerlichen Organisationen zeigen sich erfreut, dass der Bund die Marke Schweiz besser schützen will. Die vorgesehenen Ausnahmen seien pragmatisch und würden den Bedürfnissen der Verarbeiter Rechnung tragen. Weiter gehende Ausnahmen würden von den Bauern nicht akzeptiert, schreiben der Schweizerische Bauernverband, Bio Suisse, IP-Suisse, Agora, Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für das Berggebiet und AOC-IGP-Vereinigung in einer Medienmitteilung.

Kritik kommt hingegen von den Konsumentenorganisationen. Mit den Ausnahmeregeln unterlaufe der Bundesrat den eigenen Grundsatzentscheid und lasse Hintertüren offen, etwa für "Schweizer" Trockenfleisch, das in Tat und Wahrheit aus Brasilien stamme.
Die Reaktionen der Verarbeiter sind unterschiedlich. Die Bündnerfleischfabrikanten etwa betrachten ihr Produkt dank der Ausnahmeregelung als gerettet und sind zufrieden. Andere hoffen auf eine weitere Aufweichung der 80-Prozent-Regel im Parlament. Emmi zum Beispiel importiert Zutaten für Müesli, Jogurt oder Caffe latte, und Biskuithersteller Hug findet die Botschaft eine "Katastrophe". Schlimmstenfalls müsste Hug künftig auf das Schweizerkreuz verzichten, wird Geschäftsführer Andreas Hug in der "Neuen Luzerner Zeitung" zitiert.

Regeln auch für Mineralwasser und Dienstleistungen
Der Bund regelt auch für die anderen Produktkategorien, wie viel Schweiz drin sein muss, damit Schweiz drauf stehen darf:

Für Naturprodukte wie Pflanzen, Früchte, Gemüse oder Mineralwasser gilt, dass sie in der Schweiz geerntet oder abgefüllt werden.
Bei Industrieprodukten müssen 60 Prozent der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen. Dabei können auch die Kosten für Forschung und Entwicklung berücksichtigt werden. Voraussetzung ist sowohl für Industrieprodukte und für verarbeitete Produkte, dass die Tätigkeit, die dem Produkt seine wesentlichen Eigenschaften verleiht, in der Schweiz stattfindet, zum Beispiel die Verarbeitung von Milch zu Käse.

Trotzdem hat der Gewerbeverband scharf reagiert: Die willkürliche Erhöhung von heute 50 auf künftig 60 Prozent brächten vor allem den kleineren Unternehmen unnötige finanzielle und administrative Zusatzbelastungen, ohne die Marke Schweiz zu stärken.
Dienstleistungen dürfen dann als schweizerisch bezeichnet werden, wenn sich der Sitz und ein tatsächliches Verwaltungszentrum des Erbringers in der Schweiz befinden.

Copyright: LID, Mediendienst Nr. 2964 vom 20.11.2009, Autor Roland Wyss-Aerni/ leicht angepasst, A.d.R.

(BioFach) - Vor kurzem hat die spanische Landwirtschaftsministerin Elena Espinosa einen Bericht zur "Ökologischen Landwirtschaft in Spanien 2008" vorgestellt. Demnach liegt Spanien mit über 1,3 Mio. ha landwirtschaftlicher Bio-Fläche in Europa an der Spitze.

Dies entspricht einem Zuwachs von 33 % gegenüber dem Vorjahr. Ministerin Espinosa hob den Anstieg um 16 % von Erzeugern, Verarbeitern und Vertriebsfirmen auf insgesamt 23.473 hervor, wobei die Erzeuger mit 21.300 den grössten Anteil ausmachen.

Mit einem Wachstum von 35 % auf etwa 784.000 ha verzeichnet Andalusien den grössten Zuwachs. Dies entspricht 60 % der gesamten spanischen Bio-Fläche. Katalonien hingegen verfügt über die meisten Hersteller von Obst- und Gemüseprodukten (459 Firmen) sowie von Fleischprodukten (97 Firmen).
Die ökologische Viehzucht ist in Spanien um beachtliche 25 % gestiegen. Es wurde eine Gesamtzahl von 3.813 Viehhaltungsbetrieben registriert.

Quelle: www.mapa.es

Copyright: BioFach, Newsletter vom 26.06.2009

(Bio-Markt.info) - Die Produzentenpreise für Bio-Futtergetreide in der Schweiz sind gut, berichtet agrarheute. Das Angebot sei gleich geblieben, die Nachfrage nach Bio-Mischfutter nicht zuletzt aufgrund der neuen 100 %- Bio-Fütterungsvorschrift gestiegen.

Besonders knapp ist das Angebot bei den Eiweissproduken. Zum einen sei die Fläche der Ackerbohnen und Eiweisserbsen sehr klein, zum anderen wurden ab 2009 die Direktzahlungen für diese Kulturen gekürzt.

Für die Produzenten bedeute dies eine Einbusse von 500 ChFR pro Hektar, umgerechnet auf den Produzentenpreis würden 15 Franken pro 100 kg fehlen. Aus diesen Gründen hätten die Vertreter an den Preisverhandlungen beschlossen, die Preise zu halten und bei den Ackerbohnen und Eiweissserbsen die Differenz auszugleichen.

Beim Brotgetreide hätten die niedrigen Weltmarktpreise sowie die Senkung des Getreide- und des Mehlzolls ab 1. Juli bzw. 1. Oktober 2009 nicht nur die Müller, sondern auch die Produzenten unter Druck gesetzt, heisst es weiter.

Quelle: agrarheute.com

Copyright: Bio-Markt.info, 22.06.2009

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