Im aktuellen deutschen "Eierskandal" sollen überwiegend konventionelle Betriebe sollen Besatzdichte überschritten haben. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt gegen 150 niedersächsische Eierproduzenten. Die Betriebe sollen rechtswidrig zu viele Legehennen in ihren Ställen gehalten haben. 50 weitere Verfahren sind an die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und an die Nachbarländer in Belgien und den Niederlanden abgegeben worden.

Bei den 200 Betroffenen handelt es sich überwiegend um konventionelle Betriebe mit Freiland-Haltung. 40 Bio-Betriebe stehen nach inoffiziellen Angaben ebenfalls im Verdacht, zu viele Legehennen eingestallt zu haben. In den Schlagzeilen erscheinen fasst ausschließlich Bio-Eier. So wird der falsche Endruck erweckt, es handle sich nicht um einen Eier-Skandal, sondern um einen reinen Bio-Betrugsfall.

Naturland recherchiert derzeit, ob Naturland Betriebe involviert sind. Dies gilt auch für den Hinweis im Spiegel,  dass das Unternehmen Wiesengold  betroffen sein könnte. Sollten sich die Betrugsvorwürfe auch gegen Naturland Betriebe bestätigen, werden die Unternehmen fristlos gekündigt. Es verdichten sich die Hinweise, dass vor allem Betriebe mit größeren Strukturen im Visier der Ermittlungen stehen. Von aktuell  279 Naturland Betrieben mit Legehennen halten 206 Betriebe 20 bis 1.000 Legehennen, 35 Betriebe zwischen 1.000 und 3.000 Legehennen und 38 Betriebe über 3.000 Legehennen. Die restlichen 256 Betriebe mit Hühnern halten Legehennen mit Gruppen unter 20 Tieren.

Bioland-Betriebe sind nach derzeitigem Kenntnisstand nicht betroffen, wie der Bundesverband in Mainz mitteilte. Bioland fordert eine rasche Aufklärung und schnelles Durchgreifen der Behörden. „Agrarindustrielle Großbetriebe bringen die gesamte Biobranche in Verruf. Die zuständige Staatsanwaltschaft aber auch die Kontrollbehörden müssen jetzt hart durchgreifen. Sollte sich der Verdacht eines systematischen Betruges erhärten, wäre dies ein schwerwiegender Verstoß gegen die EU-Öko-Verordnung. Die Täter müssten nicht nur hart bestraft werden, sondern auch mit einem Verbot der Bio-Produktion belegt werden“, erklärte Bioland-Präsident Jan Plagge.  Bioland setzt im Gegensatz zu industriellen Strukturen auf das Modell einer bäuerlich-ökologischen Tierhaltung, die regionale Beziehungen für Handel und Verbraucher ermöglicht.

Der Demeter-Verband ist nach eigenen Angaben nicht betroffen von dem Betrugs-Verdacht bei der Erzeugung von Bio-Eiern. „Wir verurteilen die kriminellen Machenschaften der agrarindustriellen Erzeugung und der dahinter stehenden Betriebe. Dieses unerträgliche Verhalten schädigt alle bäuerlichen und ökologischen Eier-Erzeuger, die täglich im Stall gut für ihre Hühner sorgen“, zeigt sich Demeter-Vorstand Stephan Illi empört. Demeter bekennt sich zu bäuerlicher Agrarkultur statt anonymisierter industrieller Verflechtungen. Demeter hat eine eigenständige Struktur für alle Ebenen der Geflügelhaltung aufgebaut.

Quelle und vollständige Meldung: BioPress

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