Am 13. Juni können die Wahlberechtigten in der Schweiz Pestizide dauerhaft verbieten und die Agrarsubventionen zugunsten von Bio umverteilen. Doch die Bio-Hersteller und Händler haben sind dagegen. Eine Aussensicht von Biohandel.de mit dessen freundlicher Publikations-Genehmigung.

So werden die Entscheide der Bioverbaende aufgenommenDie Entscheide der Bioverbände werden mit Sorge und Befremden aufgenommen. Symbolbild: Pixabay
Die Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide will per Volksabstimmung ein Pestizidverbot in der Verfassung verankern und auch den Import von Lebensmitteln verbieten, die mit Pestiziden erzeugt wurden. Umsetzungsfrist zehn Jahre. Die Initiative sauberes Trinkwasser will mit einer Verfassungsänderung die rund 2,8 Milliarden Franken (2,5 Milliarden Euro) an jährlichen Agrarsubventionen binnen acht Jahren völlig neu ausrichten auf „die Erhaltung der Biodiversität, eine pestizidfreie Produktion und einen Tierbestand, der mit dem auf dem Betrieb produzierten Futter ernährt werden kann“. Am 13. Juni können die Schweizerinnen und Schweizer über diese Verfassungsänderungen abstimmen, die vor allem von den großen Umweltverbänden unterstützt werden. Nicht jedoch von den Bio-Verbänden.

Bio Suisse gegen Trinkwasser-Initiative

Die Delegierten des grossen Schweizer Bio-Verbandes Bio Suisse haben am 14. April die Trinkwasser-Initiative nach einer emotionalen Debatte mit 73 zu 20 Stimmen bei 5 Enthaltungen abgelehnt. Die Probleme seien unbestritten. Mit den vorgeschlagenen Massnahmen sollten die Probleme jedoch allein auf dem Buckel der Bäuerinnen und Bauern gelöst werden, hatte Bio Suisse Präsident Urs Brändli auf der Online-Versammlung argumentiert. Ein Argument des Bio Suisse–Vorstandes war auch, dass bei einem Ja zur Initiative „die grosse Mehrheit der Grünlandbetriebe auf Bio umstellen wird. Eine massive Überversorgung der Märkte mit Bio-Milch und -Fleisch würde in diesem Fall das heute faire Preisgefüge gefährden“.

Angst vor zuviel Bio also? Karl Schefer, Geschäftsleiter des Bio-Weinhändlers Delinat kommentierte den Beschluss von Bio Suisse so: „Die Delegierten folgen damit nicht nur blind den hanebüchenen Schein-Argumenten des Bauernverbandes, sie beugen sich offensichtlich auch dem Druck der grossen Detailhändler.“ Denn die zwei großen Konzerne Coop und Migros sind die wichtigsten Abnehmer der Bio-Landwirte – und ihrer konventionellen Kollegen. Beide lehnen die Trinkwasser-Initiative ab.

Der Imageschaden für Bio Suisse bei überzeugten Bio-Konsumenten durch den Beschluss sei enorm, sagen Branchenkenner: „Es sieht so aus, wie wenn es dem Bauernverband und der Agrochemie-Lobby gelungen wäre, mit einem «unfriendly takeover» die Bio Suisse zu übernehmen und umzudrehen“, schreibt eine Konsumentin namens Myrtha Schaub im Tagesanzeiger. Die Facebook-Seite von Bio Suisse ist voll von negativen Kommentaren „Ganz traurig. Bio Suisse verrät die eigenen Werte“, „Masslos enttäuscht“, „Katastrophe!!!“ heißt es dort. Mehrere Bio-Landwirte seien bereits aus dem Verband ausgetreten und überlegten nun, eine Alternative zu gründen, berichten Branchenkenner.

Zum vollständigen Artikel auf BioHandel.de: «Volksinitiativen in der Schweiz - Pestizidverbot und Umbau der Agrarsubventionen – Bio-Verbände sagen „Nein!“», von Leo Frühschütz

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