(biohandel-online.de) Der Anbauverband Bioland hat einen neuen Präsidenten. Bereits im ersten Wahlgang stimmten 105 der 162 Delegierten bei der Präsidentenwahl am Montag, den 14. März in Fulda für den 40-jährigen Jan Plagge, bislang Geschäftsführer der Bioland Beratung GmbH. Der bisherige Amtsträger Thomas Dosch kam auf 34 Stimmen, für Alexander Gerber, Geschäftsführer des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, votierten 23 Delegierte. Darüber hinaus verabschiedete die Bundesdelegiertenversammlung eine Resolution zu den Ereignissen in Japan.

Jan PlaggeJan Plagge"Das breite Vertrauen hat mich besonders gefreut", sagte Jan Plagge nach der Wahl im Gespräch mit BioHandel. Neuer Präsident zu sein sei ein "schönes Gefühl", aber er spüre auch grosse Verantwortung für den Verband und seine Mitglieder. Der gebürtige Niedersachse mit Wohnsitz in Augsburg hatte in seiner Bewerbung für das Präsidentenamt die Überwindung der innerverbandlichen Krise als wichtigste Motivation für seine Kandidatur genannt. Dafür will er zwei Voraussetzungen schaffen: Sicherstellung einer gut funktionierenden Arbeit der Gremien als Grundlage der inhaltlichen Arbeit und "Neujustierung" zwischen Ehren- und Hauptamt mit dem Ziel der vertrauensvollen Zusammenarbeit.

Plagge will auch über die gemeinsame Entwicklung eines Bioland-Leitbildes Orientierung und den Zusammenhalt der Mitglieder stärken. Nach der Wahl spürt der Diplom-Agrar-Ingenieur im Verband einen starken  Willen, konstruktiv zusammenzuarbeiten. Man könne sogar von Aufbruchstimmung sprechen. "Die grosse Stärke von Bioland sind die vielen Menschen, die sich für unsere Ideale und Ziele einsetzen. Mir ist wichtig, dass möglichst alle engagierten Menschen auf den Höfen und im Verband an der Entwicklung der Themen und Positionen beteiligt sind.  Dann ist eine gute Grundlage vorhanden, unsere Positionen kraftvoll in der Öffentlichkeit auf den Punkt zu bringen", schrieb Jan Plagge bereits in seiner Bewerbung für das Amt. Der Vater zweier Töchter  setzt sich bereits seit zehn Jahren im Bioland-Verband für die Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus ein.

Neben der Wahl des neuen Präsidenten war die Katastrophe in Japan ein weiteres Thema auf der Bundesdelegiertenversammlung (BDV). Angesichts der tragischen Ereignisse in Japan verabschiedeten die Delegierten folgende Resolution:

"Die Bioland Bundesdelegiertenversammlung drückt ihr tiefstes Mitgefühl mit den Opfern der Katastrophe in Japan aus. Die BDV bekräftigt ihre Ablehnung der Atomenergie und fordert den sofortigen Ausstieg.

Die Bioland Bundesdelegiertenversammlung fordert alle Bioland-Mitglieder auf, Strom nur noch von Öko-Strom Anbietern zu beziehen."

Jan Plagge, neu gewählter Präsident von Bioland, fordert die Bundesregierung zum sofortigen Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie auf: "Die Atomkraft ist eine für Mensch und Natur nicht verantwortbare Risikotechnologie. Tschernobyl und die aktuelle Katastrophe in Japan führen zu unendlichem Leid. Wie der Super-GAU in Tschernobyl wird auch die Havarie des Atommeilers in Fukushima ganze Landstriche unbewohnbar machen und fruchtbares Land auf lange Zeit jeglicher Nutzung entziehen."

Quelle: biohandel-online.de

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