Rekordumsätze im Handel trotz Wirtschaftskrise

Kakaobauer: Deutsche mögen Fairtrade-Produkte (Foto: GEPA)
Kakaobauer: Deutsche mögen Fairtrade-Produkte (Foto: GEPA

Berlin/Köln (pte140/12.08.2011)

Deutsche Verbraucher haben 2010 mehr fair gehandelte Produkte als jemals zuvor gekauft. Im vergangenen Jahr haben sie dafür 413 Mio. Euro ausgegeben, wie das Forum Fairer Handel (FFH) http://forum-fairer-handel.de mitteilt. Dies entspricht einer Steigerung von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einer Vervierfachung innerhalb der vergangenen sechs Jahre. "In Deutschland ist das Bewusstsein für nachhaltige Produkte bei den Menschen angekommen. Die Verfügbarkeit dieser Produkte hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert", gibt Claudia Brück, Pressesprecherin von TransFair Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der "Dritten Welt" http://fairtrade-deutschland.de , als Gründe im Gespräch mit pressetext an.

Kunden setzen auf Qualität

Mit dem Kauf von fairgehandelten Produkten unterstützen Verbraucher langfristige Strategien zur Bekämpfung von Hunger und Armut. Typische Käufer sind Menschen, die sowohl über eine gute Bildung als auch über ein hohes Einkommen verfügen. "Vor allem Frauen, die in der Stadt leben, aber auch Schüler und Studenten, sowie die klassischen Überzeugungstäter, die schon immer ethische Produkte kaufen, zählen zu den Konsumenten", so Brück.

Mit einem Anteil von 32 Prozent am Gesamtumsatz ist Kaffee nach wie vor das wichtigste Zugpferd im Fairen Handel. Der Absatz ist hier um 38 Prozent auf 8.152 Tonnen gewachsen. Auch andere Klassiker wie Tee, Zucker, Kakao und Schokolade haben deutlich zugelegt. Die Wirtschaftskrise im Jahr 2008 konnte dem Erfolg nichts anhaben. "Im Krisenjahr haben wir mit massiven Einbrüchen der Verkaufszahlen gerechnet, sind aber dann überrascht worden", so Brück. Die Steigerungsraten seien auch am Höhepunkt der Krise gestiegen. "Konsumenten wollen vor allem ein qualitativ gutes Produkt und kaufen nicht nur, weil es sich um eine nachhaltige Ware handelt", betont die Sprecherin gegenüber pressetext.

10.000 Produkte erhältlich

Rund 33.000 Lebensmittelgeschäfte, Supermärkte, Drogerien und Discounter bieten mittlerweile Produkte aus Fairem Handel an. Das sind 3.000 mehr als im Vorjahr. Hinzu kommen rund 800 Weltläden, die Fachgeschäfte für Fairen Handel. Hier finden Kunden neben Lebensmitteln auch ein großes Sortiment an Handwerksprodukten aus Asien, Afrika und Lateinamerika. Laut einer erstmaligen Erhebung des FFH sind in Deutschland rund 10.000 Produkte aus Fairem Handel erhältlich. Von der Politik wünscht sich Brück bessere Rahmenbedingungen und schlägt unter anderem steuerliche Begünstigungen für Fairtrade-Waren vor.

Quelle: Pressetext

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