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Bio-Branche der Ukraine: leistungsfähig und lieferbereit

Die ukrainische Bio-Branche zeigte an der Biofach erneut ihre Leistungen mit einem starken Auftritt. Der nationale Pavillon brachte 26 Exporteur:innen von Bio-Produkten zusammen, aus zwölf Regionen der Ukraine – ein Bericht von bionetz.ch-Präsident Peter Jossi.

Der Ukraine-Pavillon an der Biofach wurde organisiert von der Ukrainian Berries Association, EEPO und der nationalen Digitalplattform Diia.Business. Bild: State Institution «Entrepreneurship and Export Promotion Office» (EEPO, Ukraine)

Mit dem starken Auftritt an der Biofach, der Weltleitmesse für Biolebensmittel im Februar in Nürnberg, zeigte sich die grosse geografische Verbreitung des ukrainischen Bio-Sektors und die Widerstandsfähigkeit der Produktion gegenüber den Herausforderungen, die der russische Angriffskrieg mit sich bringt.

Der nationale Pavillon der Ukraine wurde organisiert von der Ukrainian Berries Association, der staatlichen Exportorganisation des Landes «Entrepreneurship and Export Promotion Office» (EEPO) sowie der nationalen Digitalplattform Diia.Business. Der Auftritt der Ukraine an der Biofach stand unter der Schirmherrschaft des ukrainischen Ministeriums für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft.

Starke Kooperation Ukraine-Schweiz

Die ukrainische Biofach-Präsenz fand erneut mit Schweizer Unterstützung statt, im Rahmen einer langjährigen Kooperation. Das schweizerisch-ukrainische Programm «Higher Value Added Trade from the Organic and Dairy Sector in Ukraine» (QFTP) spielt eine wichtige Rolle bei der Stärkung der Kapazitäten ukrainischer Bio-Produzent:innen. Das Programm wird umgesetzt vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL Schweiz, das seit 2004 in der Ukraine tätig ist, zusammen mit der Safoso AG, einem privaten Beratungs- und Bildungsunternehmen in Bern.

Gemeinsam unterstützen FiBL und die Safoso AG Bio-Produzent:innen dabei, ihr Export- und Binnenmarktpotenzial auszubauen. Eine gut vernetzte Kooperation besteht zudem mit der ukrainischen Landesvertretung des Schweizer Importförderungsprogramms Sippo, eines Mandats vom Staatssekretariat für Wirtschaft Seco.

Die Konferenz «Seeds of Peace. Voices from Ukraine Shaping their Future with Organic Agriculture» gab einen eindrücklichen Einblick in die aktuelle Realität. Fachleute aus der Bio-Branche zeigten auf, wie sie trotz Krieg die Produktion, Logistik und die Qualitätsanforderungen gemäss den internationalen Verpflichtungen aufrechterhalten und damit weiterhin auf das Vertrauen der Wertschöpfungspartner:innen zählen können.

Ukrainische Bio-Produkte im Verkaufsregal

Während der Veranstaltung erklärte EEPO-Beschaffungsmanagerin Valentyna Liashenko, wie die ukrainische Exportförderung die Unternehmen dabei unterstützt, internationale Handelspartner zu finden und ihre Präsenz auf ausländischen Märkten auszubauen. Eine wichtige Entwicklung stellt dabei die Produktentwicklung dar, die über den traditionellen Export von Rohstoffen hinausreicht: Die ukrainischen Bio-Spezialitäten etablieren sich damit in den Verkaufsregalen des westeuropäischen Biofach- und Detailhandels.

Als richtungsweisend stellte Valentyna Liashenko die erfolgreiche Etablierung von ukrainischen Bio-Sortimenten in den skandinavischen Gross- und Detailhandelskanälen vor. Als Best Practice-Fallbeispiel erweist sich die Zusammenarbeit mit der schwedischen Handelsbranche, ausgehend von einem Regierungsentscheid zur gezielten Stärkung der Zusammenarbeit der beiden Länder. Als praktisches Hilfsmittel dienen dabei der Katalog ukrainischer Bio-Exporteur:innen, die Organisation nationaler Pavillons der Ukraine auf internationalen Messen, Geschäftsreisen, B2B-Treffen mit Importeur:innen und Einzelhändler:innen sowie analytische und beratende Unterstützung.

Die Unternehmen präsentierten eine breite Angebotspalette, von Bio-Rohstoffen bis hin zu verarbeiteten Produkten mit hoher Wertschöpfung. Beispiele dafür sind gefrorene, gefriergetrocknete und getrocknete Beeren und Früchte, Nüsse und Samen, Honig, Getreide, Flocken, Breie, Cremesuppen, Frühstücksprodukte, Saucen, eingelegte Lebensmittel, Aufstriche, Säfte, Pürees und Konzentrate, Fruchtrollen, Pastila aus getrocknetem Fruchtpüree, Chips, Gemüse- und Fruchtzutaten, Tees, Schokoladenriegel, Dragees und Öle.

Mit Kooperationen die Zukunft sichern

Im Rahmen einer öffentlichen Diskussion am Biofachhandels-«Meetingpoint BIOimSEH» vertieften Fachleute aus der ukrainischen Bio-Branche sowie Kooperationspartner aus der Schweiz und Deutschland die Anpassung der Kooperationen an neue Herausforderungen. Trotz aller Erschwernisse erzielt der ukrainische Bio-Sektor beeindruckende Erfolge – wie beispielsweise die Erfolgsgeschichte der Beerenvermarktung – sowohl im Inland als auch im Export.

Der Export wird derzeit erfolgreich ausgebaut und die Verarbeitungs- und Logistikinfrastruktur professionalisiert. All dies geschieht jedoch unter den bekannten extremen Bedingungen. Um den Erfolg zu sichern und mit Blick auf die Zukunft weiter auszubauen, sind verlässliche langfristige Kooperationen aller Wertschöpfungspartner:innen erforderlich.

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