Die gute Nachricht: Im US-Bundesstaat California (und in einigen weiteren US-Staaten) kann das Volk nicht "nur" den Präsidenten wählen, sondern ähnlich wie in der Schweiz auch über konkrete Sachvorlagen abstimmen. Die Schweizer Stimmberechtigten beschlossen 2005 auf diesem Weg sogar ein Moratorium für den Gentech-Anbau. In California scheiterte nun leider die Forderung nach der Gentech-Kennzeichnung der Lebensmittel, immerhin relativ knapp.

In Kalifornien wird es keine weiterhin keine Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel geben, berichtet Transparenz Gentechnik. Eine von der Right to know-Koalition eingebrachte Gesetzesinitiative (Proposition37) fand bei der mit der Wahl des Präsidenten durchgeführten Volksabstimmung am 06.11.2012 keine Mehrheit.
 
Nach Auszählung der meisten Stimmbezirke sprachen sich etwa 45 % für eine Kennzeichnung aus, 55 % dagegen. Die von Umwelt- und Verbrauchergruppen sowie Organic Food-Unternehmen getragene Right to know-Kampagne schien im noch im Spätsommer wie der sichere Sieger. In den Umfragen sprach sich eine deutliche Mehrheit für eine verbindliche Kennzeichnung aus. Kurz vor dem Wahltermin drehte sich jedoch die Stimmung und die Kennzeichnungs-Gegner lagen vorn. Offenbar hatte ihr Hauptargument, eine verpflichtende Kennzeichnung führe zu einer spürbaren Verteuerung der Lebensmittel, am Ende doch noch die kalifornischen Wähler erreicht.
 
Die Kampagne gegen eine Kennzeichnungspflicht wurde von großen Agro-Unternehmen wie Monsanto, Dupont oder BASF, aber auch von Lebensmittelkonzerne wie Coca Cola, Nestlé, Mars und Kraft Foods unterstützt. Nach offiziellen Angaben haben die Kennzeichnungs-Gegner mehr als 40 Millionen US$ erhalten, die Befürworte etwa 8 Millionen. Sie führen ihre Niederlage daher vor allem auf ihre deutlich geringeren finanziellen Mittel zurück.

Quelle: Transparenz Gentechnik / Bio-Markt.Info

 

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