Nur höhere Nachfrage nach Obst kann Hochstamm-Obstbäume vor Verschwinden bewahren. Der Bestand an Hochstamm-Obstbäumen in der Schweiz ist in den vergangenen Jahren leicht gestiegen. Wenn die Nachfrage nach Produkten von diesen Bäumen aber nicht zunimmt, verschwinden diese Bäume wieder aus dem Landschaftsbild, fürchtet die Organisation Hochstamm Suisse.

Wer Hochstammbäume erhalten wolle, müsse auch den Absatz von Produkten aus Hochstammobst fördern, sagte Bauernpräsident und CVP-Nationalrat Markus Ritter (SG) am Montag vor den Medien im solothurnischen Nuglar. Es brauche neue innovative Obstprodukte, die im Trend der Konsumgewohnheiten liegen.

Ritter illustrierte sein Aussagen an Hand von Birnensaft. Nach der Rekordernte 2011 habe der sehr hohe Lagerbestand mit Hilfe des Bundes abgebaut werden müssen, weil zu wenig Birnensaft getrunken wurde. Vielerorts sei es zu Rodungen von Birnbäumen gekommen.

Umsatz von 10 Millionen Franken erwartet

Die Bemühungen der Organisation Hochstamm Suisse hätten in den letzten Jahren aber trotzdem Früchte getragen, sagte deren Co-Präsidentin, die Grünen-Nationalrätin und Biobäuerin Maya Graf (BL). Selbst bei den Grossverteilern stünden immer mehr Produkte mit dem Label Hochstamm Suisse im Angebot.

Der Umsatz mit diesen Produkten habe sich innerhalb von drei Jahren verdreifacht und liege bei 7 Millionen Franken. Für 2014 rechnet Graf mit einem Umsatz von 10 Millionen Franken. Allerdings sei das Label noch jung und unbekannt.

Zudem seien nur gerade fünf Prozent aller Hochstammbäume in der Schweiz sind bei Hochstamm Suisse unter Vertrag. Damit werde nur ein kleiner Teil des Hochstammobstes explizit mit einem Mehrpreis vermarktet. Der Anbau von Hochstammobst müsse künftig noch rentabler werden.

schweizer bauer 39593 1Hochstamm-Obstbäume: Bestand leicht gestiegen, Erhalt aber nicht gesichert (Bildquelle: Franz Felder, schweizerbauer.ch)

85 Prozent der Hochstammbäume verschwunden

1950 standen auf Schweizer Wiesen 15 Millionen Hochstamm-Obstbäume. Verdrängt durch die pflegeleichteren Niederstamm-Kulturen und durch die Überbauung der Landschaft sank die Zahl bis heute um 85 Prozent auf 2,3 Millionen Bäume. 2011 nahm die Zahl Hochstammbäume um 22'000 Exemplare zu, 2012 kamen 3200 weitere hinzu. Der grösste Zuwachs wurde in den Kantonen Bern, Tessin, Graubünden, Luzern und Waadt verzeichnet. Rückläufig waren die Zahlen in den Kantonen Basel-Landschaft, Aargau, Solothurn, Freiburg und Schaffhausen.

Für einen Hochstamm-Obstbaum kann ein Landwirt Direktzahlungen von bis zu 50 Franken abholen. Mit der Agrarpolitik 2014-17 steht dem Hochstammanbau mit den Landschaftsqualitätsbeiträge ein neues, zusätzliche Finanzierungsinstrument zur Verfügung.

Quelle: schweizerbauer.ch (sda)

 

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