An ihrer Herbst-Versammlung in Olten haben die rund 100 Delegierten von Bio Suisse eine Revision der Verbandsstatuten beschlossen, nach der insbesondere die bisherigen Kommissionen durch flexiblere Arbeitsgruppen ersetzt werden können. Ferner haben die Delegierten das Budget 2015 genehmigt.

Ausgiebig diskutiert haben die Delegierten die Richtlinien zur Sömmerung. Künftig sollen Bioproduzenten in Einzelfällen ihre Sömmerungsbetriebe nicht zwingend biologisch bewirtschaften müssen. Dieser Vorschlag war von der Erfahrung geleitet, dass viele Burgergemeinden ihre Alpbetriebe nicht an Biolandwirte verpachten. Mit der von den Delegierten nur unter Einschränkungen verabschiedeten Lockerung der Richtlinien sollen Biolandwirte vermehrt die Möglichkeit erhalten, ihr Vieh auf selbst betreuten Alpen zu sömmern.

Uniterre-Initiative: Sympathie für die Ziele, Kritik am Inhalt

Ferner haben sich die Delegierten von Bio Suisse über die Eidg. Volksinitiative für Ernährungssouveränität der Bauernorganisation «Uniterre» informieren lassen. Bio Suisse hat viel Sympathie für das Volksbegehren und kann sich mit den darin enthaltenen Zielen identifizieren. Verschiedene Themen der Initiative unter dem Titel Ernährungssouveränität sind für Bio Suisse wichtig, wie etwa das Verbot der Gentechnologie, der Erhalt der Fruchtfolgeflächen oder die Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft. Ernährungssouveränität wird von den Initianten allerdings eng ausgelegt. Die Abhängigkeit von nichterneuerbarer Energie, von Kunstdünger und Pestiziden wird ausgeblendet. Bio Suisse nimmt in der Sammelphase eine neutrale Haltung zur Initiative ein. Die Vorstandsmitglieder nehmen in keinem Komitee Einsitz.

Grand Prix Bio Suisse geht an die SwissBioColostrum AG

Wie jedes Jahr wurde im Rahmen der Herbst-DV der «Grand Prix Bio Suisse» vergeben. Der Förderpreis, wird an Personen oder Institutionen verliehen, die sich durch innovative und nachhaltige Leistungen für die Entwicklung des biologischen Biolandbaus und der Bioverarbeitung in der Schweiz einsetzen. Der begehrte «Grand Prix Bio Suisse» geht dieses Jahr an die «SwissBioColostrum AG» in Cham ZG. Als erster und einziger Schweizer Hersteller von hochwertigen Colostrum-Erzeugnissen produziert und vermarktet die Firma seit nunmehr sechs Jahren ausschliesslich Colostrum-Produkte in zertifiziert biologischer Qualität.

Die wertvolle und rare Biestmilch (Biemst) von Kühen, Schafen und Ziegen wird vollwertig und schonend verarbeitet. Das Resultat ist ein hochwertiges Pulver, das – so findet die Grand-Prix-Jury unter der Leitung von alt Nationalrat Josef Lang (Grüne) – den Förderpreis von Bio Suisse unbedingt verdient hat. Das Bio-Colostrum wirkt beim Menschen vorbeugend gegen Erkältungen und Grippe-Erkrankung.

grand prix bio suisse 2014SwissBioColostrum, Grand Prix Bio Suisse-Gewinner 2015: Gian-Carlo Keller (links), Marc-René Paravicini (rechts) mit Jury-Präsident Josef Lang (Bild: Bio Suisse)

Josef Lang, Präsident der Grand-Prix-Jury sagte in seiner Laudatio: «Früher hat man die überflüssige Biestmilch entsorgt. Seit einigen Jahren haben die Biobetriebe nun die Möglichkeit, ihren wertvollen Rohstoff, der auch „Gold der Kuh" genannt wird, zu veredeln statt zu vergeuden Für die Jury lautete denn das stärkste Argument auch: Fertig mit Food-Waste, kein Kuh-Gold mehr ins Gülleloch!» Der «Grand Prix Bio Suisse» ist dotiert mit 10'000 Franken.

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