BioThesis-Preisverleihung: ZHAW unter Top 3
An der Biofach, der Weltleitmesse für Biolebensmittel in Nürnberg wurde der Forschungspreis BioThesis verliehen. Dieser zeichnet herausragende Bachelor- und Masterarbeiten aus, die Impulse für eine zukunftsfähige Bio-Lebensmittelwirtschaft und nachhaltige Ernährungssysteme setzen.
BioThesis 2026: Menschen, Gesundheit und Bildung stehen im Fokus. Bild: NürnbergMesse/Thomas Geiger
Dieses Jahr standen insbesondere die soziale Dimension der Landwirtschaft und Bildung entlang der Wertschöpfungskette im Mittelpunkt, heisst es in der Medienmitteilung zur BioThesis-Preisverleihung.
Selbstfürsorge in der Landwirtschaft
Den Preis für die beste Masterarbeit erhielt Julia Dahl des Studiengangs Ökologische Landwirtschaft und Ernährungssysteme an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde bei Berlin für ihre Arbeit «Der Mensch im System Landwirtschaft – Der Beitrag der Selbstfürsorge zum Erhalt der psychischen Gesundheit.» Vor dem Hintergrund zunehmender Herausforderungen in der Agrarbranche und einer steigenden Zahl psychischer Erkrankungen untersuchte sie die Bedeutung von Selbstfürsorge für landwirtschaftliche Betriebsleiter:innen.
Die Ergebnisse zeigen, dass Selbstfürsorge ein zentraler Bestandteil der nachhaltigen Landwirtschaft ist. Die Masterarbeit macht deutlich, dass Veränderungen sowohl auf persönlicher als auch auf betrieblicher Ebene notwendig sind, um die psychische Gesundheit langfristig zu stärken. Julia Dahl betont: Die soziale Dimension nachhaltiger Landwirtschaft dürfe nicht länger vernachlässigt werden. Auch in ihrer beruflichen Zukunft möchte sie dieses Thema weiterverfolgen, etwa im Rahmen sozioökonomischer Beratung, um zu einem wertschätzenden und gesundheitsfördernden Miteinander in der Landwirtschaft beizutragen.
Ökologische Inhalte in der Ausbildung
Der Preis für die beste Bachelorarbeit ging an Annika Ortmann des Studiengangs Bio-Lebensmittel & Business an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf bei München. Der Titel ihrer Arbeit lautet: «Bio-Lebensmittel-Themen in der Meisterausbildung des Bäcker- und Fleischerhandwerks in Bayern.» Sie untersuchte, wie ökologische Inhalte in der bayerischen Meisterausbildung des Lebensmittelhandwerks vermittelt werden und welche Faktoren diese Vermittlung beeinflussen.
Für die Untersuchung führte sie Expert:innengespräche mit Vertreter:innen von Meisterschulen. Die Arbeit zeigt, dass insbesondere die persönliche Einstellung der Ausbildner:innen, die fehlende Verankerung von Bio-Themen in den Prüfungsordnungen sowie zeitliche und finanzielle Rahmenbedingungen einen entscheidenden Einfluss auf die Umsetzung haben.
ZHAW unter Top 3
Unter den Top 3 in der Kategorie Beste Bachelorarbeit war Florian Fassbinder von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde mit seiner Analyse zur Anerkennung Solidarischer Landwirtschaften als landwirtschaftliche Betriebe. Entsprechend ausgezeichnet wurde Marion Seger der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ZHAW am Standort Wädenswil mit ihrer Arbeit zur Optimierung des Kompostierprozesses von Rückständen aus der Palmölproduktion.
In der Kategorie Beste Masterarbeit sind Soraya Negri der ZHAW mit ihrer Untersuchung zu den Auswirkungen unterschiedlicher Produktionssysteme auf Magenläsionen bei Schweizer Rindern sowie Janika Volkamer von der Universität Kassel, die sich mit dem Potenzial des Anbaus von Sonderkulturen in Baumstreifen von Agroforstsystemen am Beispiel Nordhessens beschäftigte. Der Preis macht deutlich: Nachhaltigkeit bedeutet mehr als ökologische Kennzahlen, sie umfasst mitunter auch Bildung und soziale Verantwortung.
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