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Wann lohnt sich die Umstellung auf Bio-Milch?

Im Kanton Luzern erklärt André Liner, Projektleiter Aktionsplan Biolandbau, worauf Milchproduzent:innen bei einer Umstellung auf Bio achten müssen. Im Interview gibt er Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Die Umstellung auf Bio muss sorgfältig vorbereitet werden. Bild: LID

Die Produktion von Bio-Milch bietet für viele Milchviehbetriebe interessante Perspektiven. Eine Umstellung von der konventionellen auf die biologische Milchproduktion will jedoch gut vorbereitet sein. Fütterung, Tierbestand, Infrastruktur und die betriebliche Ausrichtung müssen sorgfältig aufeinander abgestimmt werden.

Im Rahmen des Aktionsplans Biolandbau Kanton Luzern haben das Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL, das Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung BBZN und Bio Suisse gemeinsam ein Faktenblatt zur Bio-Milchproduktion erarbeitet. Im Interview zeigt André Liner vom BBZN auf, wie das Faktenblatt Betriebe dabei unterstützt, die Chancen und Herausforderungen einer Umstellung realistisch einzuschätzen und eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Warum wurde das Faktenblatt erarbeitet, und welchen Nutzen bietet es interessierten Milchproduzent:innen?

Für interessierte Milchproduzent:innen ist es nicht einfach abzuschätzen, worauf sie sich bei einer Bio-Umstellung einlassen. Mit diesem Faktenblatt können sie sich einen Überblick verschaffen, worauf sie achten müssen und wo sie möglicherweise vor oder während der Umstellung investieren müssen – finanziell und zeitlich.

Für welche Betriebe eignet sich eine Umstellung auf Bio-Milchproduktion besonders?

Betriebe, die bereits naturnah Milch produzieren – mit viel Weidefutter, wenig Kraftfutter, mit gesunden und weidetauglichen Rassen sowie passenden Stalleinrichtungen – können leichter umstellen. Herausfordernder ist es für Betriebe, die beispielsweise stark auf Milchleistung selektierte Kühe halten.

Welche drei Fragen sollten sich Milchproduzent:innen stellen, bevor sie eine Umstellung ernsthaft prüfen?

Erstens: Ist meine aktuelle Produktion naturnah, respektive will ich in Zukunft naturnah, in Einklang mit den Grundsätzen des Biolandbaus produzieren? Zweitens: Ist eine Umstellung arbeitstechnisch machbar und langfristig wirtschaftlich? Und drittens: Ist die Abnahme und die Hofabfuhr der Milch langfristig gewährleistet?

Welche Herausforderungen werden von Betrieben vor einer Umstellung am häufigsten unterschätzt?

Dies hängt von der Ausgangslage des Betriebs ab. Es kann zum Beispiel das Weidemanagement, die Rassenumstellung, die Kraftfutterreduktion oder das Sauberhalten der Tiere bei einem Anbindestall sein.

Was ist der nächste Schritt, wenn man nach der Lektüre des Faktenblatts ernsthaft über eine Umstellung nachdenkt?

Im Kanton Luzern sollte man das kostenlose Coachingangebot in Anspruch nehmen. Dabei geben erfahrene Bio-Milch-Produzent:innen Auskunft zur Umstellung.

 

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