Willkommen im Bio-Kürbisland!
Rund hundert Kürbissorten gibt es aktuell auf dem Bio- und Demeter-Hof von Nadia Graber und Dieter Weber zu bestaunen und zu kaufen: Da der orange Hokkaido, dort der grüne Buttercup und hier die kleinen gestreiften Carnival-Kürbisse.
Die Bio-Speisekürbisse bestechen durch ihr Aussehen und ihren Geschmack. Bild: Esther Kern
Menschen von weit her reisen im Herbst zum Bio-Hofgut Obere Wanne in Liestal BL. Der Grund: es gibt dort Kürbisse in allen Farben und Formen, die kulinarisch begeistern und mitunter die Sehnsucht nach der Heimat stillen. Nicht nur das Aussehen macht diese Kürbisse aus. Nein, auch und vor allem der Geschmack ist es, der Menschen im Kürbisland teilweise fast zu Tränen rührt.
Japanische Kürbisse etwa gelten als Feinschmeckergemüse. «In Japan wurde mehr in die Zucht von Kürbissen investiert», erklärt Bio-Bauer Dieter Weber. «Hierzulande galten die Kürbisse ja lange Zeit als Saufutter, und man legte nicht so viel Wert auf die Zucht.» Und so schmecken Kürbisse wie der Blue Kuri intensiv nach Marroni. Ihr Fleisch ist fest und dicht. In Japan wird es oft auch für Süssspeisen verwendet.
Auch in der türkischen Küche kennt man den Kürbis als Süssspeise: Er wird mit Zucker und Wasser eingekocht und dann manchmal mit Rahm serviert. Entsprechende türkische Kürbisse, die sich dafür eignen, finden sich ebenfalls im Kürbisland. «Manchmal kommen ganze Communities hierher und laden das Auto mit einer Sorte voll, die sie an die Heimat erinnert», erzählt Dieter Weber.
Dieter Weber und Nadia Graber kochen selber gerne mit Kürbissen. Bild: Esther Kern
Wer sich mit der Vielfalt nicht auskennt: Nadia Graber und Dieter Weber halten für die Kürbisse auch Rezepte bereit. Denn sie kochen selber gerne und viel mit dem vielseitigen Gewächs. Auf der Website des Hofguts finden sich Rezepte für Suppen, Currys, Gnocchi, Kuchen und verschiedene Süssspeisen.
Gute Ernte dank Grundwasser und Bodengesundheit
Doch haben die Kürbisse auf dem Hofgut Obere Wanne unter der Sommerhitze 2026 gelitten? Weber erzählt, dass sie Glück hatten. Dank Grundwasser, das sie nutzen dürfen, konnten sie ihre Kulturen bewässern. So waren die Blätter gross und saftig und spendeten den Kürbissen Schatten. Denn ein Problem bei Kürbissen ist der Sonnenbrand. «Und wir wurden glücklicherweise von Hagel verschont», sagt Dieter Weber.
Das Paar bewirtschaftet die Felder auch nach Kriterien der regenerativen Landwirtschaft. So wird die Erde der Kürbis-Reihen etwa mit einer Mulchfolie auf Stärkebasis abgedeckt, welche die Feuchtigkeit im Boden hält. Eine Zwischensaat zwischen den Reihen kühlt das Feld und schützt den Boden. Damit fiel die Ernte auch im Hitzesommer 2026 gut aus.
Esther Kern, Gastautorin bionetz.ch
Noch bis zum 31. Oktober ist das Kürbisland geöffnet: von Montag bis Donnerstag jeweils von 13.30 bis 18 Uhr sowie von Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr.
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