Zirka 30 Prozent der Umweltbelastung in der Schweiz entstehen durch unser Essen. Durch eine kluge Wahl von Lebensmitteln können wir also viel für unsere Umwelt tun. Einfach ist die Wahl nicht, denn auf die Produktionsart kommt es an - Bio oder konventionell? Und die klimaschädlichen Gase beim Transport, der Ressourcenverbrauch, die Verschmutzung von Gewässern und der Einfluss auf die Artenvielfalt schlagen auch zu Buche. Hinzu kommen die Arbeitsbedingungen und das Wohl der Tiere. In vier Schritten zum guten Gewissen.

EntscheidungEntscheidung bei Lebensmitteln: einfach ist die Wahl nicht. Bild: Pixabay

Schritt 1: Weniger Fleisch essen

Ein Drittel der Umweltbelastung durchs Essen verursachen FleischesserInnen: Einerseits wird für die Tierfütterung viel Land gebraucht, andererseits verursacht die Tierhaltung viel Tierleid und viel klimaschädliche Gase.  Rindfleisch belastet die Umwelt 18-mal mehr als Linsen. Wir sollten also viel weniger Fleisch essen: in der Schweiz höchstens 25 Kilo pro Person und Jahr, in etwa ein halbes Kilo pro Woche. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt aus gesundheitlichen Gründen höchstens 300 Gramm pro Woche. Unter Essenmitherz.ch hat der Schweizer Tierschutz die tierfreundlichsten Labels aufgelistet. Bei Bio Suisse und Demeter darf Rindern nur sehr wenig Kraftfutter verfüttert werden, und sie müssen im Stall genügend Platz haben.

Vegane Alternativen, zum Beispiel aus Erbsenprotein, schneiden bei der Umweltbelastung bedeutend besser ab als ihr tierisches Pendant. Auch Hühner erhalten Kraftfutter, das im Ausland meist mit viel Dünger und Pestiziden angebaut wurde. Und: Das Pouletfleisch, das wir in der Schweiz verspeisen, stammt zu einem Drittel aus Brasilien, wo engste Massentierhaltung und viel Kraftfutter üblich sind. Aber auch in der Schweiz haben entgegen dem Werbebild die wenigsten Tiere Auslauf auf grünen Wiesen: Masthühner in konventioneller Haltung sehen während ihres ganzen kurzen Lebens den Himmel nie. Deswegen auf Poulet der Labels KAG Freiland und Bio Suisse setzen! Und öfter Suppenhuhn statt Poulet essen. Auch Güggeli sind eine gute Alternative, am besten von Demeter. Denn männliche Küken für Demeter-Höfe dürfen nicht vergast werden.

Schritt 2: Milchkonsum reduzieren

Milchprodukte verursachen acht Prozent der Umweltbelastung durch Ernährung. Greenpeace rechnet, dass ein nachhaltiger Milchkonsum von heute 112 auf 33 Kilo pro Kopf sinken müsste. Das wären noch sechs Deziliter Milch pro Woche und Person. Das entspricht 120 Gramm Butter oder 50 Gramm Hartkäse. Also auch hier gilt: weniger ist mehr. Und auf Labels wie Demeter, Bio Suisse oder IP-Suisse Wiesenmilch setzen, die die strengsten Tierwohl und Nachhaltigkeitsrichtlinien erfüllen. Von der Nachhaltigkeit her die beste Alternative ist (Bio-)Hafermilch, sie ist um 70 Prozent klimafreundlicher als Kuhmilch.

Schritt 3: Saisonal, regional und Bio bei Früchten und Gemüse

Wenn man Bio-Früchte und Bio-Gemüse saisonal und regional einkauft, ist das schon ziemlich nachhaltig. Das schützt Böden, Gewässer und die Artenvielfalt. Für Importe: Das Fair-Trade-Label, Claro Fair Trade oder Gebana achten auf soziale Produktionsbedingungen. Ebenso verspricht die Bio-Knospe umweltschonenden Anbau und bessere Bedingungen für Produzierende. Und bitte Lebensmittel die mit dem Flugzeug hierhin fliegen nicht kaufen: Lufttransport verschlechtert die Klimabilanz um das 20-Fache. Wer im Winter auf frische Tomaten nicht verzichten kann, kauft aus Umweltsicht besser Importe aus Spanien. Ein fossil geheiztes Gewächshaus in der Schweiz verursacht zehnmal so viel CO2. Bananen und Zitrusfrüchte aus Übersee kommen meist in Containerschiffen und verursachen durch die grosse Menge relativ wenig CO2 pro Furcht. Eine Autofahrt zum Supermarkt ist belastender als ein Kilogramm aus Argentinien importierter Früchte. Auch da Bio bevorzugen natürlich. Gebana bietet hier grosse Transparenz und gute Preise für die ProduzentInnen.

Schritt 4: Kaffee und Schokolade im Anbauland verarbeiten

Kaffee und Schokolade vereinen mit 15 Prozent eine relativ grosse Umweltbelastung auf sich – zumal sie nicht wirklich überlebenswichtig sind - obwohl viele Menschen in diesem Punkt anderer Meinung sind. Hinzu kommt, dass auf Plantagen Kinderarbeit üblich ist und die Löhne sehr gering sind. Selbst das Fair-Trade-Label, so der senegalesische Ökonom Ndongo Samba Sylla, kann keine vollends faire Geschäftsbeziehung garantieren. Also gilt es, Bio-Kaffee und Bio-Schokolade zu bevorzugen, die bereits im Anbauland geröstet respektive hergestellt wurden. Das stärkt die dortige Wirtschaft. Solche Produkte gibt es etwa bei Gebana oder bei Claro.

Warum ist Bio so viel teurer?

Bioprodukte werden in den Läden durchschnittlich um satte 48 Prozent teurer verkauft als konventionelle. Das zeigt die Warenkorbanalyse des Bundes. Die Detailhändler machen dafür vor allem den Aufwand verantwortlich, den die getrennten Warenflüsse von konventioneller und biologischer Ware mit sich bringen. Weitere Gründe seien die kleineren Mengen und die Zertifizierungs- und Lizenzgebühren. Aber vom hohen Biopreis landet nicht so viel beim Produzenten, wie sich das die Konsumentin wünscht. Bionetz.ch glaubt, dass die Margen der Grosshändler ungebührlich hoch sind. Da die Detailhändler ihre Margen aber unter Verschluss halten, lässt sich das noch nicht genau feststellen.

Zum Gebana Shop

Quelle: Beobachter vom 22. Oktober 2021, Ratgeber, Artikel von Stephanie Hess

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